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Laos - Juwel in Gold und Grün
Südostasien authentisch erleben
Vientiane, die kleine sympathische Hauptstadt, begrüßt uns zur Mittagszeit mit einer Mischung aus buddhistischer Gelassenheit und französischem Charme.
Wir sind mit Thai Airways von Frankfurt über Bangkok gekommen, der Flug von Thailands Riesen-Metropole ist mit anderthalb Stunden ein Katzensprung.
Die Einreiseformalitäten sind streng. Vorab wird ein Visum gebraucht, außerdem ist vor der Einreise und vor der Ausreise eine Digitale Ein- bzw. Ausreisekarte auszufüllen. Bei der Einreise muss man darauf achten, dass man in jedem Fall einen Stempel in den Pass bekommt. Wenn der bei Ausreise fehlt, wird es problematisch.
Der erste Weg führt uns zum Patuxai, dem laotischen „Arc de triomphe“, der uns 197 Stufen später einen wunderschönen Blick auf Prachtstraßen, Hochhäuser, Tempel und Grünanlagen schenkt. Südwestlich geht der Blick zum Mekong, in dessen Biegung sich die laotische Hauptstadt schmiegt, und der auch gleichzeitig schon die Grenze zu Thailand ist. In östlicher Richtung leuchtet in der Nachmittagssonne die Goldene Stupa des Wat That Luang. Der Tempel mit dem liegenden Buddha ist das Nationalheiligtum Laos.
Souphattra Vientiane Hotel erreicht man vom Patuxai fußläufig in 10 Minuten. Das 5
  • Haus vereint edlen Kolonialstil mit höchstem Komfort und einem Frühstück, das an Auswahl und Qualität seinesgleichen sucht.

Salana Boutique Hotel liegt nahe dem Mekong an einer belebten kleinen Straße, die abends zum Flanieren einlädt. Das Kolonialstilhaus gibt sich familiär, SPA wird aber großgeschrieben. Jeden Morgen kann man vor dem Hotel die buddhistische Almosenzeremonie erleben.
Das neue stylische Avani+ Lanexang Hotel am Mekong-Ufer hebt sich mit seinen klaren Linien und kühlen Materialien vom üblichen laotischen Stil ab. Küche und Bar zielen auf junges Publikum, Ballroom und Innenhof lassen größere Events zu.
Die Einheimischen nennen ihre Heimat LAO, historisch gesehen gibt es aber tatsächlich drei Lao-s, drei Teil-Königreiche, die erst Ende des 19. Jahrhunderts zusammengelegt wurden. Champasak im Süden, das zwischen Thailand und Vietnam verläuft und bis Kambodscha reicht, Vientiane, das die mittleren Berghänge nördlich von Thailand umfasst und Luang Prabang in den nördlichen Bergregionen zwischen China und Myanmar.
Wer von Vientiane zum UNESCO Weltkulturerbe, der ehemaligen Königsstadt Luang Prabang will, ist auf den Bergstraßen je nach Wetterlage 7-12 Stunden unterwegs. Mit dem Zug dauert es gerade mal 2 Stunden. Der hochmoderne Schnellzug mit seinen futuristischen Bahnhöfen ist ein chinesisches Bauwerk und führt von Luang Prabang noch weiter in den Norden bis Kunming in China.
Weder im Koffer noch im Handgepäck dürfen Reisende im Zug Sprühflaschen über 120ml sowie Scheren und Messer mitführen. Wer also mit dem Zug reisen will, muss das vorher einplanen.
Die Fahrt führt durch üppig grünes Land, vorbei an Wasserbüffeln, Reisfeldern und an Hühnerfarmen am Mekong. Etliche Tunnel später befinden wir uns in Bergregionen mit Kautschukbäumen, Teakholz und Bergreis-Feldern. Der Kleb-Reis, der in den Bergregionen hauptsächlich angebaut wird, muss mühevoll am Hang bewirtschaftet werden. Anders als der Nass-Reis des Tieflandes stehen die Pflanzen nicht im Wasser.
Im April nach der Ernte, werden in der Region die Reisfelder abgebrannt, was eine weit reichende Beeinträchtigung der Luft bedeutet. Das sollte man bei Reiseplänen beachten.
Die beste Reisezeit ist tatsächlich der September. Es herrscht zwar noch Regenzeit, aber im November bis Januar, wenn es trocken ist, gibt es vor allem in Luang Prabang auch sehr viele Touristen.
Der Mekong hat uns auf unserer Fahrt in den Norden begleitet. Etwas außerhalb von Luang Prabang liegt direkt am Fluss das MandaLao Elephant Conservation Center. Dort leben Elefanten in natürlicher Umgebung, aktuell 13 Tiere. Für Touristen werden verschiedene Touren angeboten, Trekkings mit einem Guide und einem Mahout. Die Elefanten können aus ca 20m Entfernung beobachtet werden, sie sollen möglichst wenig Stress erleiden.
In einem kleinen Dorf bekommen wir ein leckeres Mittagessen. In Laos werden gerne Schälchen mit verschiedenen Speisen auf einem großen Teller gereicht, Frühlingsrollen, Huhn, Fisch, Rindfleisch, Gemüse, Kräuter, getrocknete Algen, Klebreis, Suppe, Reiscracker, Chilisauce usw. Wir nennen es laotische Tapas. Die Dörfer rund um Luang Prabang sind auch berühmt für ihr handgeschöpftes Maulbeerpapier, aus dem echte Kunstwerke entstehen. Die Variante „Papier aus Elefantendung“ scheint auch ein lukratives Geschäft zu sein.
Luang Prabang ist eine lebhafte Stadt, die Touristen gewohnt ist. Die Menschen sind hier zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, das Leben spielt sich draußen ab, es gibt viele Restaurants direkt am Fluss. Der Mekong sieht für uns Europäer zwar nicht sehr einladend aus, aber die orangebraune Farbe kommt tatsächlich von den Sedimenten der roten Erde, nicht von Verschmutzungen.
Als wir ankommen, finden gerade die Vorbereitungen für das Neumondfest statt, ein Bootsrennen zieht viele Schaulustige an die Flussufer.
Im Royal Palace Museum kann man die ehemalige Königsresidenz besichtigen. Den berühmten Kloster-Tempel Wat Xieng Thong besucht am besten im Abendlicht, wenn die Sonne die goldenen Ornamente und bunten Mosaike der Fassaden zum Leuchten bringt. Für die Tempelbesuche sollte man immer schulter- und kniebedeckende Kleidung tragen.
Am Abend sind wir zu Besuch bei einer laotischen Familie, werden fürstlich bewirtet mit traditionellen Speisen, Tee und Reisschnaps. Wir dürfen die buddhistische Baci-Zeremonie miterleben, ein Segen, der nach negativen Ereignissen wie Krankheit oder Unfall die Seele zurück zum Geist bringt. Für uns wichtig: die Seele kann auch auf langen Reisen verloren gehen – das Problem wäre hiermit erledigt 😊
Victoria Xieng Thong Palace Hotel liegt zwischen Mekong und der Altstadt, die Wege zu den Sehenswürdigkeiten sind kurz. Das Viersternehaus im Kolonialstil hat einen wunderschönen Garten, die Zimmer sind auf mehrere kleine Gebäude verteilt und das Frühstück kann man auf der Terrasse mit Flussblick einnehmen.
Auf der Straße vor dem Hotel kommen jeden Morgen die buddhistischen Mönche vorbei, eine lange Prozession von schweigenden orange gekleideten Männern jeden Alters, die von den Menschen auf der Straße Essen in ihre mitgebrachten Körbe gelegt bekommen. Bei dieser Tak-Bat-Zeremonie geben die Leute hauptsächlich Klebreis, aber auch andere Speisen. So haben die Mönche etwas zu essen und die Almosen-Spender gutes Karma gesammelt.
Villa Maly Boutique Hotel (4 Sterne) befindet sich in einer ehemaligen königlichen Residenz und verbindet modernen Komfort mit nostalgischem Kolonialstil.
Parasol Blanc ist das Schwesterhotel des Villa Maly, hat 3 Sterne und liegt etwas außerhalb vom Zentrum. Die Zimmer sind ansprechend, der gemütliche Balkon hat auch eine Fliegengittertür. Im weitläufigen tropischen Garten befindet sich ein Pool und der idyllische Frühstücksbereich. Das Frühstück wird a la carte ausgewählt und frisch serviert.
Vom Hotel aus kann man in ca 15 Minuten zu Fuß den Nachtmarkt erreichen. Hier gibt es Lebensmittel, Haushaltswaren und allerlei Schnick-Schnack zu kaufen, und es gibt jede Menge Essensstände, die kulinarisch keine Wünsche offenlassen. Der Unterschied zu anderen asiatischen Märkten: die französischen Cafés und Konditoreien mit Schneckennudeln, Macarons und co. Die Kolonialzeit lässt grüßen.
Avani+ Luang Prabang ist ein modernes 5-Sterne-Hotel, sehr zentral gelegen und doch mit einer ruhigen Atmosphäre. Mehrere Gebäude sind rings um einen Garten und den Pool angeordnet.
Manche der Zimmer haben Blick auf den Phousi-Hügel. Von dieser höchsten Erhebung hat man einen wunderschönen Rundumblick über die Stadt, die beiden Flüsse Mekong und Nam Khan und bei klarem Wetter noch weit über das Hügelland.
In Richtung Norden, wo man irgendwann die chinesische Provinz Yunnan erreichen würde, sind die Hmong zu Hause, ein Volk, das ursprünglich aus Tibet stammt und heute noch weitgehend naturnah lebt. Wir besuchen ein Dorf und sind beeindruckt von der Art, wie traditionelle Musik und Handwerkskunst mit den Annehmlichkeiten der Neuzeit verbunden wird. Auch die Unaufgeregtheit, wie der Buddhismus des Landes die Naturreligion der Hmong integriert, ist nachahmenswert.
Auf dem Wasserweg direkt von Luang Prabang aus erreicht man die berühmten Pak Ou Höhlen, eine Pilgerstätte, in der es viele hunderte Buddha-Statuen zu sehen sind. Allerdings wurden etliche davon schon entwendet, was inzwischen dazu geführt hat, dass man aus Laos keine Buddha-Statuen ausführen darf.
In einem komfortablen Boot schippern wir gemütlich auf dem Mekong dahin, genießen die Landschaft, die Sonne und das leckere Essen, das an Bord serviert wird.
Eine weitere berühmte Sehenswürdigkeit sind die Kuang Si-Wasserfälle, 30 km südwestlich der Stadt. Diese Naturschönheit besteht aus mehreren Kaskaden und vielen Kalkterrassen, in denen sich türkisfarbene Pools gebildet haben. Der höchste der Fälle stürzt 60 Meter in die Tiefe, ein Schauspiel, an dem man sich nicht sattsehen kann.
Laos hat noch so viel mehr zu bieten. Durch seine Lage inmitten all der anderen asiatischen Länder lässt sich von jedem dieser Nachbarn ein Stück entdecken. An der Grenze zu Kambodscha etwa findet man Ausläufer von Angkor Wat, die sich aber noch ganz frei erkunden lassen. Vieles in Laos wirkt noch so wie in Thailand oder Vietnam vor 20-30 Jahren, noch findet man hier ein Stück authentisches Süostasien.
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Christiane Lindenfelser
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