Katalanische Kultur, Oliven, fruchtige Weine, glasklares Wasser und ein pulsierendes Nachtleben – so könnte man Ibiza kurz beschreiben. Doch die Insel hat weit mehr zu bieten. Die „kleine Schwester“ Mallorcas überrascht mit üppigem Grün: Regenreiche Winter sorgen für eine beeindruckende Flora und bilden die Grundlage für den Weinanbau und hervorragende Oliven. Die Weine sind leicht und fruchtig, es werden verschiedene Rebsorten kultiviert, daneben aber auch eigene Züchtungen entwickelt.
Der hohe Eisengehalt des Bodens lässt die Erde durch Oxidation in einem intensiven Ockerton leuchten und verleiht der Insel ihren besonderen Charakter. Die Seegrasart Posidonia oceanica bildet ausgedehnte Unterwasserwiesen, die sich bis nach Mallorca erstrecken. Sie sorgt für ausgezeichnete Wasserqualität, eine reiche Meeresfauna und macht Lust auf Schnorcheln und Tauchen. Und dann sind da noch die Sonnenuntergänge, die von Sant Antoni aus als die schönsten der Balearen gelten – am eindrucksvollsten erlebt man sie während einer Bootsfahrt.
Sant Antoni de Portmany war eine der ersten Hochburgen für angesagte DJs und leidenschaftliche Clubgänger und hat sich rasch einen internationalen Namen gemacht. Dieser Ruf hat sich bald über die gesamte Insel verbreitet und zieht bis heute Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an.
Die Bucht von Sant Antoni ist eine hübsche, weit geschwungene Bucht mit langem Sandstrand und einigen Hotels. In der Altstadt findet man viele kleine Tapas-Bars, die ibizenkische Küche anbieten – schmackhaft und authentisch. Noch immer präsent ist die Hippie-Ära: Zahlreiche kleine Boutiquen mit entsprechender Kleidung erinnern an diese Zeit.
Die Einwohnerinnen und Einwohner Ibizas sprechen in der Regel zwei Sprachen: Spanisch als Amtssprache und Katalanisch als Alltagssprache. Viele bezeichnen sich selbst gerne als Katalanen und pflegen ihre Traditionen mit sichtbarem Stolz.
Das Inselinnere ist geprägt von kleinen Dörfern und eleganten Landhäusern, von denen einige zu charmanten Hotels mit wenigen Zimmern und hohem Standard umgebaut wurden. Hier findet man auch hervorragende Restaurants, welche die Spezialitäten der Insel servieren – häufig mit fangfrischen Meerestieren als Hauptzutat. Dazu wird ein selbstgebackenes Brot gereicht, hergestellt aus einer besonderen Getreidesorte: dem uralten Xeixa-Getreide, das im Zuge nachhaltiger Landwirtschaft von einigen Betrieben wieder angebaut wird. Das daraus gebackene Brot ist äußerst schmackhaft und absolut empfehlenswert.
Unbedingt probieren sollte man auch eine typische ibizenkische Spezialität: den Flaó. Dieses traditionelle Dessert wird häufig mit lokalem Käse (etwa von Ibiza oder Formentera), Eiern, Zucker sowie Minze oder Anis zubereitet. Er besitzt eine leicht würzige Note und ist der perfekte Abschluss eines üppigen Mahls.
Ein besonderes Highlight ist der Botanische Garten Jardí Botànic d’Eivissa. Hier gedeihen zahlreiche auf den Balearen endemische Pflanzen, und seltene, fast ausgestorbene Arten werden wieder vermehrt. Ein bedeutendes Forschungsprojekt widmet sich speziellen Algen, die große Mengen CO₂ aus der Atmosphäre aufnehmen und verarbeiten können. Außerdem hat man durch intensive Studien herausgefunden, dass Pflanzen im Boden Energie erzeugen können, die möglicherweise nutzbar ist. Ein „Sukkulentenorchester“ demonstriert dies eindrucksvoll: Schon bei minimaler Berührung erzeugen die Pflanzen Energie, die in Töne umgewandelt wird.
Ausserdem gibt es noch eine weltweit einmalige Sehenswürdigkeit welche man bei einem Spaziergang auf den Klippen erreicht, es handelt sich um ein Höhlenaquarium. Dieses wurde in früheren Jahren von den Fischern genutzt, welche ihren Fang dort bis zum Verkauf lebendig halten konnte in diversen Becken. Durch einen direkten Zugang zum Meer wird regelmässig frisches Wasser in die Höhlen geleitet und man kann von Mantas bis kleine Haie viele Meerestiere fast hautnah bestaunen.
Fazit: Ibiza ist auf jeden Fall eine Reise wert – auch wenn die Insel deutlich kleiner ist als ihre große Schwester Mallorca.