Wenn ich an Vietnam denke, kommen mir sofort Bilder von smaragdgrünen Reisterrassen, bunten Lampions und dampfenden Pho-Schalen in den Sinn. Genau das wollte ich erleben - das echte Vietnam!
Und obwohl unsere (Gebeco-)Rundreise ganz anders verlief als geplant, war sie am Ende vielleicht gerade deswegen so besonders.
Ninh-Binh („Die trockene Halong Bucht“)
Hanoi & der verregnete Norden
Unsere Reise startete in Hanoi - wahnsinnig laut, wahnsinnig quirlig und voller Leben. Schon beim ersten Spaziergang durch die Altstadt mit ihren unzähligen Garküchen und hupenden Mopeds spürte ich, dass Vietnam anders tickt: chaotisch, herzlich und voller Energie.
Eigentlich sollte der nächste Tag das große Highlight werden - die berühmte Halong-Bucht mit ihren Kalksteinfelsen, die majestätisch aus dem Meer ragen. Doch der Regen machte uns einen Strich durch die Rechnung: Sturmwarnung, die Tour wurde abgesagt.
Spontan schlug unsere Reiseleitung eine Alternative vor, die „Trockene Halong-Bucht“ bei Ninh Binh. Und was soll ich sagen: Diese Entscheidung war Gold wert!
Mit kleinen Booten glitten wir durch grüne Kanäle, vorbei an Karstfelsen und durch niedrige Höhlen, in denen man fast den Kopf einziehen musste. Der feine Regen legte sich wie ein Schleier über die Landschaft - alles wirkte still und so friedlich, fast schon mystisch. Ich glaube, schöner hätte es die echte Halong-Bucht kaum machen können.
Die Kaiserstadt Hué
Tempel, Regen und Magie
Weiter ging es für uns in den alten Kaiserort Hue. Der Regen war uns treu geblieben – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wir liefen klitschnass durch Tempelanlagen und die kaiserliche Zitadelle, aber anstatt zu fluchen, wurde es irgendwie magisch. Der Nebel kroch zwischen die alten Mauern, und die Reflexionen auf den nassen Steinen gaben dem Ort eine fast übernatürliche Stimmung.
Die Ba Na Hills
Ba Na Hills – über den Wolken
Nach so vielen grauen Tagen kam endlich die Sonne hervor, endlich! Passend zu unserem Ausflug zu den Ba Na Hills. Schon die Seilbahnfahrt hinauf war atemberaubend und oben erwartete uns blauer Himmel, frische Bergluft und natürlich die berühmte Goldene Brücke, die von riesigen Stein-Händen getragen wird. Dieses Bild bleibt wohl jedem im Gedächtnis - so beeindruckend, surreal und wunderschön.
Hoi An
Hoi An – Lampionträume bei Nacht
Den Wolkenpass konnten wir leider wegen der anhaltenden Regenfälle nicht überqueren, also nahmen wir den Tunnelweg - aber unser Ziel, Hoi An, machte alles wieder gut.
Diese Stadt ist wie aus einem Traum: schmale Gassen, alte gelbe Häuser und überall bunte Lampions, die abends die Straßen in buntes Licht tauchen. Es war der perfekte Ort, um kurz innezuhalten und das alles aufzusaugen.
Vespa-Tour
Ho-Chi-Minh-City – Vietnam im Turbo-Modus
Unser letzter Stopp: Ho-Chi-Minh-City. Laut, modern, jung - ein ganz anderes Vietnam.
Zum Abschluss hatten wir eine Vespa-Tour gebucht. Und das war der perfekte Abschied: auf dem Rücksitz einer knatternden Vespa durch das nächtliche Verkehrschaos fuhren wir von Garküche zu Garküche, probierten Streetfood, tranken vietnamesisches Bier und fühlten uns plötzlich ein bisschen wie Einheimische.
Diese Reise war nicht perfekt - sie war echt.
Der viele Regen, die nassen Schuhe, die ausgefallene Halong-Bucht - all das hat sie nur noch unvergesslicher gemacht. Vietnam hat uns gezeigt, dass Schönheit oft dort entsteht, wo man sie nicht erwartet. Und dass manchmal gerade das Ungeplante das Herz am tiefsten berührt.
Ich würde es genauso wieder machen - Regen inklusive. ;)