Gleich zu Beginn wurde ich in Delhi vom puren Chaos empfangen: hupende Rikschas, intensive Gerüche und eine unglaubliche Menschenmenge. Überwältigend, aber gleichzeitig faszinierend. In den ersten Tagen durfte ich die Stadt bei einer Rikschafahrt inklusive Street-Food-Tour entdecken und so direkt in die Kultur eintauchen. Besonders beeindruckend war der Besuch eines sozialen Projekts, bei dem Menschen verschiedener sozialer Schichten gemeinsam essen. Dort durfte ich sogar selbst mithelfen und traditionelles Naan-Brot backen. Natürlich standen auch Klassiker wie das Ghandi Museum und das India Gate auf dem Programm.
Nach diesen intensiven Eindrücken ging es mit dem Zug weiter nach Agra. Dort besuchten wir zunächst das Sheroes Café, eine Organisation, die Frauen nach Säureangriffen unterstützt, ein unglaublich bewegender Ort und eine absolute Empfehlung. Danach ging es zum Taj Mahal, dem wohl bekanntesten Wahrzeichen Indiens. Der Anblick dieses Bauwerks war wirklich beeindruckend und definitiv ein Highlight der Reise.
Schon nach kurzer Zeit führte uns der Weg weiter nach Jaipur, die sogenannte „Pink City“. Hier konnte man prächtige Bauwerke wie das Amber Fort bestaunen und durch Märkte voller bunter Stoffe und Gewürze schlendern. Mein persönliches Highlight war jedoch etwas ganz Besonderes: Nach einem Bollywood-Tanzkurs trafen wir zufällig auf eine indische Hochzeitsgesellschaft, die uns sofort herzlich aufnahm. Wir durften mitfeiern und diesen einzigartigen Moment hautnah miterleben. Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.
In Pushkar wurde es deutlich ruhiger und spiritueller. Dort nahm ich an einem traditionellen Brahmanen-Segen am heiligen See teil. Die Stadt selbst wirkte entspannt, mit vielen kleinen Läden und frei herumlaufenden Kühen, die ganz selbstverständlich zum Straßenbild gehören.
Udaipur fühlte sich anschließend fast schon romantisch an. Eine Bootsfahrt bei Sonnenuntergang und ein Abendessen auf einer Dachterrasse mit Blick auf den See sorgten für eine besondere Atmosphäre. Am nächsten Tag besuchte ich einen Sternenleser und nahm an einem Kochkurs teil, bei dem ich mehr über die indische Küche lernen konnte.
Danach ging es weiter nach Jodhpur, die „blue City“, die wieder deutlich lebhafter war. Das Mehrangarh Fort und die engen, blau gestrichenen Gassen waren beeindruckend. Besonders berührend war der zufällige Besuch eines sozialen Bildungsprojekts, das sich auch gegen Homophobie einsetzt. Wir durften uns vor einer Schulklasse vorstellen und wurden im Anschluss sogar bekocht. Dort wurden auch einzigartige Souvenirs verkauft. Handgenähte Kuscheltiere, an denen jeweils ein Foto der Person hing, die sie hergestellt hat.
Ein letzter Stopp führte uns nach Bikaner, wo wir eine Kamelfarm besuchten und ein Abendessen bei Einheimischen genießen durften. Der letzte Tag war bewusst ruhig gehalten, mit viel Zeit zum Entspannen am Pool und dem Verarbeiten all der Eindrücke.
Zum Abschluss ging es mit dem Nachtzug zurück nach Delhi, bevor die Heimreise nach Deutschland anstand.
Fazit: Indien ist ein unglaublich vielseitiges Land voller Kontraste, intensiver Eindrücke und vor allem herzlicher Menschen. Trotz des Chaos habe ich mich jederzeit sicher gefühlt und durfte viele besondere Begegnungen erleben, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden.