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Rotes Meer
Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien
Sittin‘ on the dock of the bay…
Aus den unterschiedlichsten Gründen zieht es Menschen immer wieder ans Meer. Wie ich sehnen sich einige aus einem einfachen Grund nach dem salzigen Nass: Psoriasis. Zugegeben ich könnte mich tagelang im Toten Meer schwebend treiben lassen. Die Heilung wäre optimal, leider fehlt mir dafür die Geduld. Auf dem Salzwasser ist die Wirkung zwar langsamer aber es funktioniert auch – also gesagt, getan! Das Jahr neigt sich ohnehin langsam dem Ende zu, die Nächte werden mit jedem Tag länger, die nasskalten Temperaturen immer ungemütlicher. Perfekt für eine Reise ins Warme. Da ich noch nie auf der anderen Seite des Roten Meeres war, wird es langsam Zeit, diese Region zu bereisen. Bis dato war ich mit TUI Cruises und AIDA unterwegs, da beide leider keine Fahrten dorthin anbieten, greife ich auf eine bekannte italienische Kreuzfahrtreederei zurück. Auf zu neuen, unbekannten Ufern!

1. Tag: Hurghada erreiche ich bequem von Frankfurt aus. Nach knapp 5 Stunden Flugzeit lande ich dort und erhalte das Visum unproblematisch bei Einreise. Die Bezahlung erfolgt in bar (Euro oder USD) oder per Kreditkarte. In Hurghada hat sich viel zum Positiven verändert, wie ich überrascht während meines Transfers zum Hafen feststelle.
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es wirklich nur an den örtlichen Gegebenheiten und/oder am Organisationstalent des Veranstalters liegt, aber die Einschiffung zieht sich und zieht sich. Im Nachgang fällt mir spontan Asterix und sein Passierschein A38 ein. Ich darf nun endlich auf das Schiff und beziehe meine Kabine. Irgendetwas ist anders als sonst, die Faszination, die Gefühle wollen sich nicht so richtig einstellen.
Da ich am nächsten Tag früh raus muss, gehe ich ins Buffet-Restaurant und bin etwas enttäuscht: Auf einem italienischen Schiff hätte ich essenstechnisch etwas anderes erwartet. Mein Willkommens-Cocktail läuft aus dem Ruder: Die Kellner stehen rum und unterhalten sich, niemand kommt an den Tisch. So gehe ich an die Theke und werde mit großen Augen angesehen, weil ich Getränke selbst bestelle und mitnehme…
2. Tag: Endlich erreiche ich Akaba, dem einzigen Seehafen Jordaniens. Der Landgang ist unproblematisch, denn auch hier bekomme ich bei der Einreise ein Visum. Überpünktlich sitze ich nun im Bus und freue mich wie ein kleines Kind auf meinen größten Reisetraum: Bald bin ich in Petra, der Hauptgrund meiner Reise (neben der Seeluft). Aber ich sitze nach über einer Stunde noch immer im Bus… im Hafen! Irgendwann erklärt uns der Reiseleiter, dass in Jordanien Touristen nur in Kolonne mit Polizei-/Militäreskorte bei Tageslicht transportiert werden dürfen. Ich bin noch immer voller Glücksgefühle. Dann endlich fahren wir los zumindest zeitweise. Die Straße vor uns muss immer wieder gesperrt werden und wir müssen warten, bis sie leer ist. Erst dann dürfen wir fahren. Die angekündigte ca. 2-stündige Fahrt durch die Wüste mit Blick auf Wadi Rum (traumhaft und definitiv eine Reise wert) endet dann um 14:45 Uhr vor dem Petra Besucherzentrum. Unser Reiseleiter erklärt uns, in welchem Hotel wir das Mittagessen(?!?) einnehmen und um 16:15 Uhr müssen wir wieder losfahren. Da sitze ich nun und streiche in Gedanken das 5-stündige Besichtigungsprogramm zusammen. Ich bin sehr aufgebracht und renne auf das Schatzhaus zu. Unterwegs fotografiere wie ein Weltmeister. Erst zu Hause, als ich mir die Bilder ansehe, bemerke ich die wunderschönen Felsen mit ihren einzigartigen Formationen und Zeichnungen. Mein lang ersehnter Traum, in dem ich – wie Indiana Jones nur zu Fuß – durch die enge Schlucht auf das Schatzhaus zugehe, zerplatzt wie eine Seifenblase. Außer für den Fotostopp am Schatzhaus bleibt keine Zeit für weitere Besichtigungen, da der Rückweg länger dauert. Es geht kontinuierlich bergauf und der Felsenweg ist stellenweise glattpoliert. Maßlos enttäuscht und lange nach Einbruch der Dunkelheit erreiche ich das Schiff.
3. Tag: Ein Seetag, wunderbar! Wenn Ihr meine Berichte gelesen habt, wisst ihr Bescheid. Ein Anruf im SPA: Es gibt freie Termine. Also nichts wie hin. Dort erwähne ich (wie immer) meine Psoriasis. Wow damit habe ich eine Maschinerie in Gang gesetzt. Also das gehe so nicht, man müsse erst double checken… mit dem Arzt. Dann erfolgt eine telefonische Ferndiagnose. Nein wir massieren sie nicht. Auch der Hinweis, dass es keinen medizinischen Grund für die Ablehnung gibt und es diskriminierend ist, hilft auch nichts. Wie ein begossener Pudel stehe ich da und nach dem gestrigen Erlebnis will ich eigentlich nur noch weg. Weg von hier und runter vom Schiff. Aber wie erwähnt sind wir auf hoher See. Gegen Mittag verlasse ich dann endlich meine Kabine und möchte den Tag an Deck genießen. Gnadenlos prallt dort Dolce Vita auf deutsche Gemütlichkeit. In der Bar versorge ich mich wieder selbst mit Getränken…
4. Tag: Wir erreichen Jeddah/Dschidda. Die wichtigste Hafenstadt Saudi-Arabiens gilt als das Tor zu Mekka, dem wichtigsten islamischen Zentrum. Ein Besuch ist nicht nur mir, sondern selbst einigen Muslimen verboten. Bis auf wenige strömen nun die meisten Kreuzfahrer dorthin. So bleibe ich in Jeddah, das auf eine 2.500-jährige Geschichte zurückblicken kann, die eng mit Mekka verbunden ist. Die Stadt präsentiert sich sehr modern, besitzt jedoch auch einen sehenswerten, historischen Kern. Ich bin auf das Zugehen der Saudis und ihrem Interesse an fremden Kulturen und Religionen überrascht. Ich nehme die Gastfreundlichkeit sehr gerne an. Wie auch an Land gilt in nationalen Gewässern stricktes Alkoholverbot, so auch an Bord. Unsere entstandene kleine deutschsprachige Gruppe versammelt sich abends wieder auf dem Pooldeck zum Erfahrungsaustausch.
5. Tag: Willkommen in Yanbu. Der wichtige Ort an der Weihrauchstraße blickt ebenfalls auf eine lange Geschichte zurück und gehört zur Provinz Medina. Wie auch Mekka ist Medina ein heiliger Bezirk und daher ist ein Besuch für mich verboten. Das Rote Meer ist jedoch für seine vielen Korallenbänke weithin bekannt und mit einem Tag am Meer tue ich meiner Haut etwas Gutes. Der Ausflug führt zu einer Art Love Island, einer kleinen Insel umgeben von Riffen. Unsere Reederei hat natürlich auch hier dafür gesorgt, dass wir nicht zu glücklich werden… Nach dem Badespaß geht es zurück zum Schiff. Am Abend ist eine White-Party angekündigt. Etwas freue ich mich schon, denn ich möchte neben der omnipräsenten orientalischen Musik auf dem Pool-Deck gerne auch hin und wieder internationalen Klängen lauschen. Drei oder vier italienische Lieder wurden dann doch gespielt. Unsere Abfahrt verzögert sich aus unbekannten Gründen. Zeitgleich mit der Schließung der Bar legen wir ab. Welch ein Zufall…
6. Tag: Ein Tag auf hoher See. Das Pooldeck ist hoffnungslos überfüllt und mir ist die italienische Animateurin etwas zu schrill und zu laut. Daher genieße ich den Tag auf meiner Balkonkabine und gehe hin und wieder an die Bar um mich mit Getränken zu versorgen. Die Blicke der Mitarbeiter sind mir mittlerweile…
7. Tag: Um 6 Uhr legen wir im ägyptischen Sokhna an. Mein gebuchter Ausflug nach Kairo startet um 05:15 Uhr (kein Schreibfehler). Mit viel Verspätung (wie auch sonst) fahren wir dann in die größte Stadt Afrikas. Die Fahrt führt an Neu-Kairo (pittoresk alles sieht gleich aus) vorbei durch den Süden der Stadt bis zum Plateau. Auf dem Weg dorthin, fahre ich an dem Neuen Ägyptischen Museum vorbei, einem gelungenen, modernen Bau. Und bald stehe ich endlich vor den Pyramiden. Ich kann Dir alles im Schlaf herunterbeten. Aber vor der Djosers Stufenpyramide zu stehen ist überwältigend. In der Ferne sehe ich sogar die Knickpyramide und die Rote Pyramide. Ich besichtige eine Mastaba und krieche (anders kann ich es nicht beschreiben) in oder vielmehr unter eine Pyramide herein, um in die Grabkammer zu gelangen. Die nächsten Stationen sind das Gizeh-Plateau mit seinen weltbekannten Pyramiden und natürlich die Sphinx.
8. Tag: Das Organisationstalent der Mitarbeiter auf dem Schiff ist grenzenlos. Trotz meines Hinweises am Vortag muss ich den falschen Transferbus zum Flughafen nehmen, um viel zu früh am falschen Terminal zu sein. Im richtigen Terminal sehen wir uns dann alle wieder, um nach Frankfurt fliegen.

Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien haben neues oder erweitertes Interesse geweckt. Kairo, eine geschichtsträchtige Stadt voller Kontraste auf engstem Raum. Eine Reise durch Wadi Rum, die Wüste und Petra ist sehr interessant und definitiv empfehlenswert. Saudi-Arabien mit seiner interessanten Architektur und seinen Menschen. Bist Du offen, wirst Du mit offenen Armen empfangen.

Die Reederei zu empfehlen, fällt schwer. Das Schiff ist auf den Bildern ansehnlich (subjektiv), in punkto Sauberkeit annehmbar (objektiv), Service gab es sehr selten bis nicht und die Organisation war… sehr originell. Die Mitarbeiter an der Rezeption (ich war mind. 1 - 2 Mal täglich dort) waren dem Ansturm nicht gewachsen, überfordert und genervt. Bei den meisten Kreuzfahrten, die ich unternommen habe, war ich nie an der Rezeption. Das Essen war sehr eintönig, lieblos und die Preise für die Ausflüge waren fast so teuer wie die ganze Reise. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht einmal ansatzweise. Obwohl die örtlichen Situationen bekannt sind, werden die Ausflug unverändert so weiter angeboten. Das Getränkepaket wird sehr gerne verkauft, ein Verzehr ist jedoch unerwünscht. Nach meiner Reise wurden die Preise für das Paket deutlich angehoben. Bei meinen Recherchen im Internet bin ich auf Unmengen von Rezessionen gestoßen, die konform mit meinen Erlebnissen gehen. Aus der kleinen deutschsprachigen Gruppe wird wohl niemand wieder mit dieser Reederei verreisen. Selbst Stammkunden, die ihre 12. Reise mit ihr gemacht haben.
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Mike Schwarz
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