Skifahren in Kanada
Ist Kanada ein Reiseziel im Winter?
Im Rahmen einer einwöchigen Inforeise durfte ich im Februar mit einer Gruppe Reisebüromitarbeiter nach Kanada reisen.
Die Provinz Alberta hatte eingeladen, Calgary und vor allem die Rocky Mountains näher kennenzulernen. Jeder kennt Kanada im Sommer mit seinen pulsierenden Städten, seinen fischreichen Flüssen, seiner endlosen Weite und seinen grandiosen Nationalparks. Doch ist Kanada auch im Winter ein lohnendes Urlaubsziel?
Dieser Frage gingen wir bei dieser Reise nach. Und schon nach einem Tag war jedem Teilnehmer klar, daß Kanadas Westen auch oder vielleicht gerade im Winter auf jeden Fall einen Besuch wert ist.
Die Millionenstadt Calgary liegt verkehrsgünstig in der Prärie nur eine Stunde von den Bergen der Rocky Mountains entfernt. Ihr International Airport ist das Tor für die meisten Gäste aus Deutschland, die mit Air Canada oder Discovery Airlines Non-Stop zum Beispiel aus Frankfurt anreisen. Die Einreise ist problemlos und schnell dank zuvor beantragter ESTA-Einreisegenehmigung und Einreise-App. Wie wir feststellen durften, ist der Flughafen auch bei -28°C und starkem Schneegestöber noch geöffnet. Die Zeitumstellung von 8 Stunden schlaucht am Anfang, und auch die extreme Kälte ist ungewohnt. Dennoch war die Vorfreude riesig, als uns unser Guide Victoria und unser Fahrer Jeff gut gelaunt in Empfang nahmen.
Rund 90 Minuten dauert die Fahrt von Calgary nach Banff im gleichnamigen Nationalpark. Schon nach wenigen Minuten lässt man die Hochhäuser der Großstadt hinter sich. Trans Canada Highway 1 führt schnurgerade durch die Prärie, über die an diesem Tag der Wind pfeift und den Schnee vor sich hintreibt. Nach einer Stunde wird es hügeliger. Es geht durch die Foothills und das Indianerreservat des Stoney Stammes. Die Sicht ist bei unserer Anreise aufgrund des starken Schneefalls schlecht, doch dann stehen die Berge plötzlich vor einem. Die majestätischen Rocky Mountains sind erreicht.
Unser Ziel war der Banff National Park und dort der kleine Ort Banff. Am Eingangstor zahlt man rund 10C$ pro Tag oder mit dem Discovery Pass für alle Nationalparks Kanadas rund 80C$. Der Nationalpark wurde als erster Nationalpark des Landes 1885 gegründet und beherbergt auf seiner Fläche von 6641km² die vielleicht schönsten Landschaften Kanadas. Zusammen mit seinem nördlichen Nachbarn Jasper National Park und den westlich in der Provinz British Columbia liegenden Nationalparks Yoho und Kootenay bildet der Banff National Park das größte Schutzgebiet des kanadischen Westes.
Bei schönem Wetter ist die Fahrt Richtung Banff ein erster Höhepunkt unserer Reise. Die Kulisse ist einzigartig und eigentlich nicht in Worte zu fassen. Endlose Weiten, schneebedeckte Gipfel und tief gefrorene Seen laden zu jeglicher Art von Winteraktivität ein. Man muss diesen Anblick selbst gesehen und die eiskalte, aber sehr trockene und somit bei Sonnenschein sehr angenehme Luft selbst geatmet haben, um es zu glauben.
Banff ist ein rund 8000 Einwohner zählender Ferienort im charmanten Westernstil. Entlang Banff Avenue reihen sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants. An deren Ende thront das historische Fairmont Banff Springs Hotel majestätisch gegenüber der heiß aus dem Boden sprudelnden Banff Springs. Cascade Mountain auf der einen, und Sulphur Mountain auf der anderen Seite rahmen den Ort ein und bilden ein großartiges Panorama. Wir nächtigten im modern renovierten Canoe Hotel an der Ortseinfahrt und besichtigten im Laufe der Tage noch weitere Hotels entlang der Banff Avenue. Auffällig ist, dass die meisten Hotels im gleichen Stil gebaut sind. Das Canoe Hotel, das Kenrick Hotel, das Fox und viele andere sind im Lodge Stil erbaut und bieten meist auch ein Hallenbad für kalte Tage.
Skifahren in Kanada! Kann ich das? Muss ich da nicht sehr gut Skifahren können? Ist das nicht viel zu teuer?
Unsere Gruppe an Reisebüromitarbeitern durfte auf dieser Reise drei Skigebiete in den Rocky Mountains rund um Banff kennenlernen. Alle waren gute Hobby-Skifahrer, die in den Alpen solide auf mittelschweren Pisten zurechtkommen. Von mir abgesehen, war noch niemand der Gruppe je in Kanada zum Skifahren. Und schon nach dem ersten Tag in Sunshine Village waren alle restlos begeistert und wollten gar nicht mehr aufhören die Pisten hin abzuschwingen.
Wir waren in Sunshine Village, dem 30 Minuten von Banff entfernten Hausberg, in dem es keinen Kunstschnee gibt. Danach ging es nach Lake Louise in das auf der anderen Talseite des berühmten Sees gelegenen Lake Louise Ski Resort. Es ist das zweitgrößte Skigebiet Kanadas nach Whistler mit einmaligem Terrain und dem ohne Zweifel schönsten Panorama der Skiwelt. Zuletzt besuchten wir das Nakiska Ski Resort im außerhalb des Parkes gelegenen Kananaskis Valley. Hier fanden 1988 auf herausragenden Waldabfahrten die alpinen Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele statt.
Schnell waren die Unterschiede zu den europäischen Skigebieten klar: Perfekter, trockener Pulverschnee; keine Eisplatten; keine Wartezeiten am Lift; innerhalb des durch eine Schnur markierten Skigebietes darf man Fahren, wo immer man möchte und kann. Hier ist das Skifahren nicht auf die Piste begrenzt. Man darf auch im Tiefschnee und zwischen den Bäumen fahren, sofern man es sich zutraut. So hat man weniger Lifte und viel mehr markierte Abfahrten. Sunshine Village hat zum Beispiel nur 12 Lifte und 137 Abfahrten. Aufgrund des geringen Betriebes kommt man auf wesentlich mehr Pistenkilometer als in den Alpen. Von jedem Lift gehen Abfahrten jeden Schwierigkeitsgrades nach unten. So wird aus jedem Skigebiet ein Resort für Familien. Gute Fahrer schwingen in den sagenhaften Back Bowls im Lake Louise Ski Resort im Tiefschnee, während Anfänger den gleichen Lift nutzen, aber auf einer perfekt gewalzten hier grün markierten leichten Abfahrt nach unten carven. Egal, ob Sunshine Village, Lake Louise oder Nakiska Ski Resort, in jedem Skigebiet empfindet man die totale Freiheit bei dem sicherlich schönsten Panorama, das man in der Welt beim Skifahren haben kann. Hier wird der Traum eines jeden Skisportlers wahr. Dabei ist es egal, ob man Profi oder Anfänger ist. Hier kommt jeder voll auf seine Kosten. Dank der perfekt gewalzten Pisten, des trockenen Pulverschnees und des wenigen Betriebs kann man in den Skigebieten rund um Banff besser den Sport erlernen als in den Alpen. Einig Apres-Ski wird man in den Skigebieten rund um Banff nicht finden.
Wer kein Wintersportler ist oder einfach einmal einen Tag Pause benötigt, der kann im Banff National Park und dem benachbarten Ort Canmore zahlreiche andere Winteraktivitäten ausprobieren. Wir waren beim Langlauf im Canmore Nordic Center und beim kanadischen Nationalsport Curling und hatten unglaublich viel Spaß. Es gibt aber auch Hundeschlittenfahrten, Snowmobil Touren, Eisklettern, Snowshoe-Wandern, Fat Bike Touren, Schlittenfahrten am malerischen Lake Louise oder einfach nur eine Tea-Time im Fairmont Hotel Lake Louise. Es gibt unzählige Aktivitäten, die einem die phantastischen Landschaften, die Weite und die Ruhe Albertas näherbringen.
Nach einer auf jede Weise beeindruckenden Reise nach Calgary und in den Banff National Park war jedem in der Gruppe klar, dass Kanada auch im Winter eine grandiose Urlaubsdestination ist. Ja, die Anreise ist etwas länger und der Gesamtpreis etwas höher, aber die Erinnerungen an die Erlebnisse im kanadischen Winter bleiben ein Leben lang.
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